Privatmuseum


Als Ethnologin sich Dingen in einem privaten Museum fotografisch zu nähern, ist ein Perspektivwechsel, der mich weg von einer sachlich-systematischen Dokumentation hin zu einem ästhetischen Erfassen von Präsentationen gebracht hat. Begleitet von den Erzählungen der Besitzerin verbrachte ich viele Stunden fotografierend in einem Hamburger Privathaus, das voll von gesammelten Dingen aus drei Jahrzehnten ist. Das heißt, das Fotografieren war wie eine langgedehnte Führung, ein intensives Sich-befassen mit einzelnen Objekten und den Erinnerungen der Sammlerin.

Jeder Raum als Einzigartigkeit. Entweder seriell angeordnet oder in gemischten Gruppen arrangiert – immer wieder haben mich diverse Gruppenkompositionen in ihrer Harmonie erstaunt. Die Dinge fordern Stille und Ruhe, die mir Raum für freie Assoziationen boten. Anders als in einem öffentlichen Museum Strahlen die Dinge Lebendigkeit aus, gerade weil „mit ihnen gelebt“ wird. Aus den Fotos entsteht ein Buch, das in den nächsten Monaten erscheinen wird.

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